Foto: Christian Warsch

Energiewende: „Win-Win-Win“ für Mieter*innen – Vermieter*innen – Klima

Aus Sicht der GWÖ ist die Energiewende – also der Übergang zu erneuerbaren Energien – so zu gestalten, dass sie allen zugute kommt.

Wir haben eine Projektgruppe „Stadtwirtschaft stärken“ gebildet, die die SAGA anspornen will, ihren Gemeinwohl-Beitrag zu verbessern. Die SAGA, ein Unternehmen der Stadt, ist der größte Wohnungsvermieter in Hamburg. Aber – aufgrund ihrer Auflagen – haben bisher nur 14 Mieter*innen an den ca. 140.000 Wohnungen der SAGA Balkonkraftwerke installiert. Das Unternehmen selbst hat nur 2,1 % der geeigneten Dächer ihrer Wohngebäude mit Solar-Panelen ausgestattet. SAGA-Mieter*innen sparen bisher kaum durch preisgünstigen Solarstrom.

Wir sind auf den „Fairen WohnStrom“ aufmerksam geworden, den ein Vermieter in Ohlsdorf zur Verfügung stellt. Die SAGA sollte das erfolgreiche Modell kopieren – zum Nutzen ihrer Mieter*innen und des Klimas!

Was ist Fairer WohnStrom?

Fairer WohnStrom ermöglicht, dass Mieter*innen in Mehrfamilienhäusern von Solarstrom direkt vom eigenen Dach profitieren – ohne Investitionskosten, ohne komplizierte Verträge und mit fairer Verteilung der Vorteile.

Im Unterschied zu herkömmlichen Mieterstrom-Modellen geht es hier nicht nur um günstigen Strom, sondern auch um Gemeinschaft und Gerechtigkeit: Erträge und Einsparungen werden solidarisch geteilt.

Warum das wichtig ist

• Über 80 % der Hamburger*innen leben zur Miete und waren bislang oft von der Energiewende ausgeschlossen.

• Viele klassische Mieterstrom-Modelle lohnen sich nur für Eigentümer*innen und Dienstleister, nicht für die Bewohner*innen.

• Das faire Wohnstrom-Modell öffnet den Zugang für alle – unabhängig von Einkommen oder Wohnungslage.

Ziel: Energiewende als Gemeinschaftsprojekt – ökologisch UND sozial.

Wie funktioniert Fairer WohnStrom?

Schritt-für-Schritt erklärt:

1. Sonne ernten: Jede Wohnung hat Solarpanele auf dem Dach und erzeugt eigenen Strom.

2. Strom teilen: Der erzeugte Strom fließt ins Stromnetz der jeweiligen Mieter*in. Sie nutzen ihn, bevor Strom aus dem öffentlichen
Netz bezogen wird.

3. Speichern & Steuern: Ein Batteriespeicher im Keller oder in der Wohnung versorgt mit Strom, wenn die Sonne mal nicht scheint.

4. Abrechnen: Digitale Zähler erfassen Verbrauch und Anteil am erzeugten Strom. Die Vermieter*in rechnet jährlich ab.

5. Solidarisch verteilen: Der Nutzen wird gerecht geteilt – die Stromersparnis wird zwischen Mieter*in und Vermieter*in fair aufgeteilt.

Fairer WohnStrom aus Sicht der Beteiligten

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MieterIn

Mieter*in

Vermieter*in

Verwalter*in

Netzbetreiber*in

Projektreferenz

Dr.-Ing. Christian Warsch, der als Vermieter die Investitionskosten von etwa 150.000 Euro trägt, hat ein einzigartiges Finanzierungsmodell entwickelt:

• Dach-Pacht: Die Mieter*innen zahlen 50 % ihrer erzielten Stromeinsparungen als Beitrag.

• Einspeisevergütung der Solaranlagen: Die Einspeisevergütung verbleibt bei den Mieter*innen.

• Allgemeinstrom: Kosten entfallen dank der PV-Anlage für Allgemeinstrom für die Mieter*innen komplett.

• Ein Beispiel: In einer Wohnung mit 69 m² Wohnfläche liegt die Ersparnis bei ca. 280 Euro pro Jahr.

Pressestimmen

Pressemedien haben ihre Recherchen zum fairen Wohnstrom mit Filmbeiträgen und Presseberichten dokumentiert. Hier haben wir einen Auszug für Dich zusammengestellt:

Wir bleiben dran!

Die GWÖ-Projektgruppe „Stadtwirtschaft stärken“ setzt sich besonders dafür ein, dass auch Mieter*innen der SAGA an den preisgünstigeren
erneuerbaren Energien teilhaben. Wir haben zur Bürgerschaftswahl im Februar 2025 eine Kandidat*innenbefragung u.a. dazu durchgeführt
(siehe Wohnungsnot).

Im Juni 2025 dann eine Veranstaltung „Die Kraft der Sonne solidarisch nutzen“ (siehe Die Kraft der Sonne).

Vor der Sitzung des Bürgerschafts-Ausschusses für Öffentliche Unternehmen haben wir gemeinsam mit Lokale Energiewende SoliSolar
Hamburg e.V., German Zero local, Christian Warsch und in Abstimmung mit den Mietervereinen die Abgeordneten der demokratischen
Parteien besucht, siehe SAGA im Ausschuss.

Nach dem Zukunftsentscheid muss die Nutzung regenerativer Energien JETZT beschleunigt werden!

Schreibe uns, wenn Du mitmachen möchtest:

Kontakt & Beratung

ECOnGOOD | Gemeinwohl-Ökonomie Nord e.V.
Regionalgruppe Hamburg
Stresemannstraße 23, 22769 Hamburg
E-Mail: FairerWohnStrom@econgood.org

Grafiken: Susanne Otto
Text: Susanne Otto, Mick Petersmann