Gemeinwohl wirksam machen: Zwei neue Leitfäden zeigen den Weg zur Transformation

Wie können Unternehmen und Organisationen ihre Wirkung für das Gemeinwohl gezielt weiterentwickeln? Zwei neue Publikationen liefern praxisnahe Antworten und schließen eine wichtige Lücke zwischen Vision, Alltag und Wirkungsmessung: Der Impact Readiness Guide 2025 sowie das Praxishandbuch IMV-Lab. Beide zeigen auf, wie wirtschaftliches Handeln konsequent auf das Wohl von Mensch und Planet ausgerichtet werden kann – mit klarem Bezug zur Gemeinwohl-Ökonomie.

Wirkung messen, um Wirkung zu entfalten

Die Forderung nach mehr Wirkung ist in aller Munde, ob in Nachhaltigkeitsberichten, ESG-Ratings oder Gemeinwohl-Bilanzen. Doch was bedeutet es eigentlich, wirkungsorientiert zu wirtschaften? Und wie können Organisationen ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen konkret erfassen, kommunizieren und verbessern?

Hier setzt der Impact Readiness Guide 2025 an. Er wurde vom Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND), dem Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) – mit Beteiligung GWÖ-naher Akteur*innen und gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.

Im Zentrum steht das Impact Readiness Modell, das Organisationen in sechs Phasen begleitet: von der Reflexion über eigene Werte bis zur kontinuierlichen Wirkungsmessung und -steuerung. Dabei wird klar: Wirkung entsteht nicht nur durch einzelne Maßnahmen, sondern durch eine strategische Haltung, die tief im Geschäftsmodell verankert ist.

Der Guide bietet zahlreiche Reflexionsfragen, Tools und Praxisbeispiele und richtet sich an alle Organisationen, die Wirkung ernst nehmen: Sozialunternehmen, Startups, Mittelständler, Vereine, Netzwerke. Besonders wertvoll ist der breite Denkrahmen: Der Guide verbindet ökonomische, soziale und ökologische Perspektiven mit ethischen Prinzipien – ganz im Sinne der GWÖ.

Transformation im Verbund: Das IMV-Lab als Reallabor für Gemeinwohl

Während sich der Impact Readiness Guide auf einzelne Organisationen fokussiert, stellt das Praxishandbuch IMV-Lab den Gemeinwohl-Wandel im lokalen Ökosystem in den Mittelpunkt. Das „IMV“ steht für „Impact-Messung und -Verstärkung“ – und genau darum geht es: Wie können Kommunen, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Politik gemeinsam eine wirkungsorientierte Wirtschaftsweise fördern?

Das IMV-Lab wurde in zwei Pilotregionen getestet und dokumentiert, unter anderem mit Beteiligung von GWÖ-Aktiven und Pionierunternehmen. Das Handbuch gibt Einblicke in Prozessdesign, Beteiligungsformate und Erfolgsfaktoren. Es zeigt, wie Netzwerke entstehen, die Wirkung nicht nur messen, sondern systemisch denken und lokal handeln – von Bildungsinitiativen über Energiegenossenschaften bis zu regionalen Wertschöpfungsketten.

Wirkung braucht Struktur – und Haltung

Beide Publikationen machen deutlich: Gemeinwohl entsteht nicht zufällig. Es braucht methodische Klarheit, mutige Akteur*innen und Räume für gemeinsames Lernen. Die vorgestellten Leitfäden laden dazu ein, Wirkung als Organisationskultur zu verankern – und konkrete nächste Schritte zu gehen.

Die GWÖ sieht in diesen Ansätzen eine starke Ergänzung zur Gemeinwohl-Bilanz: Wo diese strategisch das „Warum“ und „Wozu“ abbildet, helfen die Tools aus Impact Readiness Guide und IMV-Lab, das „Wie“ im Alltag zu gestalten. Wer Zukunft mitgestalten will, findet hier das nötige Rüstzeug.

→ Impact Readiness Guide 2025 

→ Praxishandbuch IMV-Lab